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„Listen to China" – Chinas Volksmusik erobert das Fernsehen

 

Nahezu jeden Abend ist auf mindestens einem chinesischen Fernsehsender eine Castingshow zu sehen. Fast jeder Sender hat seine eigene Sendung, um die besten und talentiertesten Sänger des Landes zu finden. Auch „Listen to China" von Anhui Television. Während sich die meisten Shows jedoch auf moderne Popmusik konzentrieren, stellt „Listen to China" jungen Volksmusikern eine Bühne zur Verfügung.

Egal, ob die traditionellen Lieder der roten Armee, lokale Volkslieder oder die traditionellen Melodien der nationalen Minderheiten Chinas – sie alle finden auf der Bühne von „Listen to China" ihren Platz und demonstrieren die Vielfältigkeit chinesischer Volksmusik. Die zahlreichen jungen Teilnehmer zeigen außerdem, dass in einer chinesischen Musikwelt, die von westlich beeinflusster Popmusik dominiert wird, die traditionelle Musik Chinas nicht vergessen ist.

Aber nicht nur den Musikern wird durch die Sendung eine Plattform geboten. Auch die verschiedenen Musikstile der traditionellen chinesischen Volksmusik können auf diese Weise an ein großes Publikum gebracht werden. Außerdem helfen Erklärungen von Professor Li Bo von der Pädagogischen Universität Nanjing dabei, die Hintergründe und Geschichte der gesungenen Lieder zu verstehen.

Das Konzept von „Listen to China" ist einfach: Zunächst treten die Teilnehmer in Dreiergruppen gegeneinander an. Die Person mit den geringsten Zuschauerstimmen scheidet aus. Der Gewinner der Gruppe wird anschließend von der dreiköpfigen Jury bestimmt, sodass aus jeder Gruppe eine Person eine Runde weiter kommt. Die Rundengewinner und drei durch ein Internetvoting festgelegte Personen treten anschließend erneut in drei großen Gruppen gegeneinander an. Der Sieger jeder Gruppe wird durch das Publikum bestimmt und die Jury wählt erneut eine weitere Person für die nächste Runde aus. Im Finale treten so sechs Musiker gegeneinander an.

Der endgültige Sieger geht dann aus einer letzten Zuschauerabstimmung hervor.

Die erste Staffel ist inzwischen vorbei und siegen konnte am Ende Gong Shuang. Die junge Sängerin überzeugte mit ihrem chinesischen Bel Canto.

Noch ist ungewiss, ob es eine zweite Staffel von „Listen to China" geben wird. Allerdings ist es zu hoffen, denn kaum eine andere Plattform kann chinesische Volksmusik einem so breiten Publikum präsentieren und auch junge Chinesen an ihre traditionellen musikalischen Wurzeln heranführen. Und wenn man schon selber nicht die Gelegenheit hat, ganz China zu bereisen und lokale Volksmusik vor Ort zu hören, so kann man sie doch wenigstens im Fernsehen ein wenig besser kennenlernen.